Herausforderungen und Lösungen für den Tourismus in Zeiten von Corona

Als Anfang des Jahres 2020 die Corona Pandemie auch über Österreich hereinbrach, stand die heimische Wirtschaft vor großen Herausforderungen unter unsicheren Rahmenbedingungen. Zahlreiche internationale Reisewarnungen und der erste Lockdown im März bedrohten die Existenz eines Großteils der österreichischen Tourismusbetriebe. Aufgrund raschen politischen Handelns und unter enormen Einsatz des Teams der ÖHT konnten zahlreiche tragische Schicksale verhindert werden.

Die aktuelle Corona-Krise hat vor allem die heimische Tourismus- und Freizeitwirtschaft als Dienstleistungssektor besonders hart getroffen. Leere Lokale und Hotels ohne Gäste stellten für die heimischen Tourismusbetriebe nicht weniger als eine Existenzbedrohung dar. Das Ziel war klar: Es braucht Liquidität und finanzielle Sicherheit für die österreichischen Tourismusbetriebe. Eine Lösung war schnell gefunden. Mit Bundeshaftungen besicherte Überbrückungsfinanzierung konnten schnell die so wichtige finanzielle Absicherung für die Unternehmen garantieren.

Die ÖHT wurde mit der Abwicklung der Bundeshaftungen betraut. Das jahrzehntelange Know-How der Tourismusbank sollte sich als besonders wichtig für den Förderprozess herausstellen. Innerhalb der letzten neun Monate wurden über 8.000 Haftungsanträge bearbeitet, wovon 98% schlussendlich bewilligt wurden. Zur Einordnung: In der rund siebzigjährigen Geschichte der Österreichischen Hotel und Tourismusbank wurden bis einschließlich letzten Jahres 891 Haftungen bewilligt. Seit Ausbruch der Pandemie besicherte die ÖHT Überbrückungsfinanzierungen mit einem Gesamtkapital von knapp über einer Milliarde Euro. Besonders viele bewilligte Ansuchen finden sich im Tourismusland Tirol mit 1.298 aktiven Haftungen, in Oberösterreich mit 1.238 und in Wien, wo der besonders betroffenen Stadthotellerie mit 1.186 aktiven Haftungen Liquidität und die dringend benötigte Hilfe zukam.

„Die Tourismusbank wird weiterhin schnelle und unbürokratische Hilfe leisten, wird ihr Know-How den Betrieben zur Verfügung stellen und damit die Konjunkturlokomotive Tourismus wieder ins Rollen bringen“,

Generaldirektor Mag. Wolfgang Kleemann

Ein Ausblick in die Tourismuszukunft lässt momentan viele Herausforderungen erahnen, wobei sich insbesondere folgende Problematik herauskristallisiert. Viele Betriebe werden zukünftig mit der Tatsache konfrontiert sein, ein zum Teil deutlich verschlechtertes Rating als vor Ausbruch der Corona-Krise vorzuweisen, zugleich sich aber für Banken bei der Finanzierung von Investitionsvorhaben die Regulatorien deutlich verschärfen. Gerade hier wird die Lücke zwischen Finanzierbarkeit und Tourismus noch größer. Um nachhaltig zu wirken, sollte zukünftig eigenkapitalnaher Förderungen ein Hauptaugenmerk zugerichtet werden, damit die Maßnahmen die Eigenkapitalbasis der Unternehmen insofern verbessern, dass auch Raum für zukünftige Investitionen geschaffen wird. Als wesentliche Maßnahme zur Eigenkapitalstärkung kann dabei eine Art Tourismusfonds genannt werden, mit Haftungen der Republik, in den aber auch Banken und Private eingebunden sein sollten.